Anruf eines Kollegen
Der
Dienstgruppenleiter eines Löschzuges sitzt an seinem Schreibtisch und
korrigiert den Einsatzbericht des Auszubildenden. Vor ihm der Becher mit
Kaffee, die Büroklammer am Terminkalender. Der Monitor flimmert, er nimmt
kaum das leise Rauschen des Computers wahr. Er greift nach rechts zum
Hörer. „Feuerwache 1, Kussmann, guten Tag!“ „Hör zu, Ferdi, bei dir wird
gleich ein Alarm ausgelöst ...“ Er registriert die Stimme seines Kollegen
Hermann, der zurzeit krank gemeldet ist. „ und dein Einsatz wird lauten –
Verkehrsunfall auf der Autobahn. Eingeklemmte Person. PKW vor
Brückenpfeiler – ich werde mir jetzt das Leben nehmen.“
„Hermann,
du spinnst, lass uns darüber “ Aufgelegt. Telefonnummer im Verzeichnis.
Gewählt. Besetzt.
Er kennt
die Brückenpfeiler, von denen Hermann spricht. Liegen in seinem
Wachbezirk. Er ruft die Kollegen zusammen. „Sollen wir die Polizei
alarmieren? Wer hat einen guten Draht zu ihm? Was soll ich jetzt machen?“
„Hat er schon einmal so etwas angedeutet?“, flüstert einer in die Runde.
„Das meint der doch nicht ernst “
Die
Lichter in der Feuerwache gehen an. Acht Minuten nach dem Anruf. Gong und
Durchsage in den Fluren. „Einsatz für den Löschzug, eingeklemmte Person,
Autobahn-Zubringer.“ Der Feuerwehrkamerad im PKW verstirbt an der
Unfallstelle, sie bergen ihn mit technischem Gerät und übergeben ihn an
die Kripo.